SCHWEIGEN STATT KINDERSCHUTZ?
Meine Recherche zum CSD Berlin, zum Fall ImmoScout24 und zu unbeantworteten Fragen an die Verantwortlichen.

Kinderschutz auf dem CSD Berlin? - Fehlanzeige!
Eine Dokumentation über den Fall ImmoScout24, offene Fragen und das Schweigen der Verantwortlichen.
Einleitung / Vorwort
Innerhalb weniger Tage entwickelte sich aus einer einzelnen Presseanfrage eine bundesweit geführte Debatte über den Stellenwert des Kinder- und Jugendschutzes auf dem Berliner Christopher Street Day.
Auslöser war ein Video vom Motivwagen des Unternehmens ImmoScout24. Nach meiner Veröffentlichung erreichte die Berichterstattung innerhalb weniger Stunden plattformübergreifend nahezu eine Millionen Menschen. ImmoScout24 veröffentlichte daraufhin erstmals eine öffentliche Stellungnahme. Sowohl ImmoScout24 als auch der Berliner CSD e.V. beantworteten meine fachlichen Fragen zum Kinder- und Jugendschutz bis zum Ablauf der gesetzten Frist nicht.
Diese Dokumentation fasst den gesamten Ablauf zusammen und stellt sämtliche relevamten Dokumente chronologisch zur Verfügung.
Der Ausgangspunkt
Anfang der Woche wurde mir Videomaterial vom Motivwagen des Unternehmens ImmoScout24 auf dem Berliner CSD 2026 zugesandt.
Nach Sichtung des Materials fiel mir insbesondere eine Szene auf, in der sich ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens - öffentlich als "Head of Sales Homeseller Leads" bezeichnet - unmittelbar neben einem Kind im (gescätzten) Vorschulalter befand. Das Kind trug zwa einen Gehörschutz, befand sich jedoch mitten auf dem Motivwagen in vorderster Reihe.
Der Mitarbeiter hielt einen Fächer mit der Aufschrift "ANAL?" in der Hand. Außerdem ist auf dem Video zu sehen, wie er sich seitlich bewegt und seine Hose so weit nach unten zieht, dass seine Boxershorts sichtbar werden.
Unabhängig davon, wie man diese Szene im Einzelnen bewertet, stellte sich für mich als unabhängiger Kinderschutzfachberater eine grundsätzliche Frage:
Sollten sich überhaupt Kinder auf Motivwagen befinden, wenn dort Inhalte oder Inszenierungen stattfinden, die sich erkennbar an Erwachsene richten?
Kinderschutz-Skandal auf dem CSD Berlin 2026 bei ImmoScout24
Journalistische Sorgfalt vor Veröffentlichung
Bevor ich über den Vorfall öffentlich berichtete, wandte ich mich zunächst mit einer offiziellen Presseanfrage an ImmoScout24.
Ziel war es, dem Unternehmen Gelegenheit zu geben, den Sachverhalt einzuordnen und zu den aus meiner Sicht offenen Fragen Stellung zu beziehen.
Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wurden sämtliche Gesichter sowie das betroffene Kind vor einer späteren Veröffentlichung vollständig unkenntlich gemacht. Auf die Veröffentlichung des Klarnamens des Mitarbeiters verzichtete ich ebenfalls bewusst.
Hier könnt ihr meine Presseanfrage im Wortlaut nachlesen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen einer geplanten journalistischen Berichterstattung liegt mir ein Videoausschnitt vor, der offenbar einen offiziellen Wagen von ImmoScout24 auf einer CSD-Veranstaltung zeigt (siehe Anhang).
Auf dem Videomaterial ist eine Person auf dem Wagen zu sehen, die ein auffälliges Accessoire (augenscheinlich ein Fächer) mit der Aufschrift „ANAL?“ nutzt und sich im weiteren Verlauf auf dem Wagen bewegt und andeutet die Hose runterzuziehen, während sich unmittelbar daneben auch Kinder (bzw. mindestens ein Kind) auf dem Fahrzeug befinden/befindet.
Hierzu möchte ich Sie um die Beantwortung folgender Fragen bitten:
Handelt es sich bei dem im Video gezeigten Wagen um eine offizielle Teilnahme bzw. ein gesponsertes Fahrzeug von ImmoScout24?
Wie bewertet ImmoScout24 das im Video dokumentierte Auftreten und die Ausgestaltung des Beitrags auf dem Wagen?
Handelt es sich bei der abgebildeten Person um ein Mitglied der Geschäftsführung, eine Führungskraft oder einen Mitarbeiter Ihres Unternehmens?
Ich bitte um eine kurze Rückmeldung sowie Ihre Stellungnahme bis übermorgen, den 29.07.2026 um 12:00 Uhr.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.
Keine Antwort – Veröffentlichung der Recherche
Nachdem die gesetzte Frist verstrichen war und keine Rückmeldung einging, veröffentlichte ich den Beitrag auf meinen Social-Media-Kanälen.
Der Fokus lag dabei ausdrücklich nicht auf einzelnen Personen, sondern auf der grundsätzlichen Frage des Kinder- und Jugendschutzes.
Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich daraus eine bundesweite Debatte.
Der Beitrag erreichte plattformübergreifend nahezu eine Million Aufrufe - davon alleine auf Instagram über 750.000 Aufrufe.


Das Statement von ImmoScout24
Wenige Stunden nach Beginn der öffentlichen Diskussion veröffentlichte ImmoScout24 erstmals eine Stellungnahme.
Darin distanziert sich das Unternehmen vom Verhalten eines Mitarbeiters und kündigt eine interne Aufarbeitung an.
Nach meiner Bewertung bleiben jedoch wesentliche Fragen offen.
Die Stellungnahme lässt offen,
- welches konkrete Verhalten gemeint ist,
- auf welche Situation sich die Distanzierung bezieht,
- wie das Unternehmen die Anwesenheit eines minderjährigen Kindes auf dem Motivwagen bewertet,
- welche Konsequenzen künftig für den Kinder- und Jugendschutz gezogen werden.
Gerade der letztgenannte Punkt steht im Mittelpunkt meiner Recherche.
Das Statement von ImmoScout24 ist auf LinkedIn zu finden.


Die Verantwortung des Veranstalters
Da sich meine Fragen nicht allein auf das Unternehmen, sondern auch auf die Organisation der Veranstaltung bezogen, wandte ich mich anschließend mit einer offiziellen Presseanfrage an den Berliner CSD e.V.
Im Mittelpunkt standen unter anderem folgende Fragen:
- Gibt es Altersgrenzen für Mitfahrende auf Motivwagen?
- Welche Schutzkonzepte gelten bei Inhalten für Erwachsene?
- Wer kontrolliert deren Einhaltung?
- Wie bewertet der Veranstalter die Mitnahme von Kleinkindern auf Motivwagen grundsätzlich?
Meine Presseanfrage an den Veranstalter CSD Berlin e.V. könnt ihr nachfolgend im Wortlaut nachlesen:
Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands, sehr geehrtes Organisationsteam des Berliner CSD,
als unabhängiger Kinderschutzaktivist und Fachjournalist für Kinderschutz wende ich mich mit einer sachlichen Nachfrage bezüglich der Sicherheits- und Jugendschutzrichtlinien Ihrer Großveranstaltung an Sie.
Im Rahmen der diesjährigen Demonstration auf dem Motivwagen des Unternehmens ImmoScout24 ist die Anwesenheit eines Kleinkindes in unmittelbarer Nähe von Darstellungen und Interaktionen für Erwachsene in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten. Ein dazu veröffentlichter Beitrag auf meinen Kanälen hat innerhalb kurzer Zeit über eine halbe Million Menschen erreicht und eine intensive Debatte über die Rolle von Kinderschutz auf CSD-Trucks ausgelöst.
Mir ist bewusst, dass die Sicherheitslage rund um Großveranstaltungen aktuell vor großen Herausforderungen steht und Sie nach dem Terroranschlag noch inmitten der Bewältigung dieses Schocks sind. Dennoch bleibt die Wahrung von Kinder- und Jugendschutzstandards ein zentraler Baustein bei der Ausrichtung von Großevents im öffentlichen Raum.
Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie um die Beantwortung folgender Fragen:
Auflagen & Richtlinien:
Gibt es vom Berliner CSD e.V. spezifische Vorgaben oder Altersbegrenzungen für Mitfahrende auf den Motivwagen der teilnehmenden Unternehmen und Organisationen?
Schutzkonzepte:
Wie wird sichergestellt, dass bei Wagen mit Inhalten, die sich primär an Erwachsene richten, der Kinder- und Jugendschutz gewahrt bleibt?
Verantwortlichkeit:
Liegt die Durchsetzung des Kinder- und Jugendschutzes auf den einzelnen Trucks ausschließlich bei den jeweiligen Wagenbetreibern, oder gibt es seitens des Veranstalters Kontrollen vor oder während der Parade?
Einordnung:
Wie bewertet der Berliner CSD e.V. die Präsenz von Kleinkindern auf Motivwagen im Kontext von Großveranstaltungen dieser Art grundsätzlich?
Für eine schriftliche Rückmeldung bis zum Freitag, 31. Juli 2026, 12:00 Uhr wäre ich Ihnen dankbar.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Arbeit bei der Organisation der Demonstration.
Frist verstrichen – keine Antwort
Die von mir gesetzte Frist endete am 31. Juli 2026 um 12:00 Uhr.
Bis zum Ablauf der Frist erhielt ich keine inhaltliche Antwort auf meine Fragen.
Damit blieben die zentralen Fragen zum Kinder- und Jugendschutz aus meiner Sicht unbeantwortet.
Die Vorgeschichte beginnt nicht erst 2026
Der aktuelle Fall ist für mich kein Einzelfall.
Bereits im Juli 2022 hatte ich mich als damaliger 1. Vorsitzender des Kinderseelenschützer e.V. mit einer umfangreichen Dokumentation an den Berliner CSD e.V. gewandt.
Damals wurden aus meiner Sicht problematische Situationen dokumentiert und konkrete Schutzmaßnahmen angeregt.

Die Antwort des Berliner CSD e.V. aus dem Jahr 2022

Einordnung
Aus meiner Sicht zeigt sich hier ein grundsätzliches Muster.
Der Veranstalter beantwortet selbst grundlegende Fachfragen zum Kinder- und Jugendschutz nicht.
Ein beteiligtes Unternehmen distanziert sich zwar allgemein vom Verhalten eines Mitarbeiters, vermeidet aber eine klare öffentliche Einordnung der eigentlichen Kinderschutzfrage.
So stelle ich mir verantwortungsvollen Kinderschutz nicht vor.
Meine Haltung ist eindeutig.
Aus meiner Sicht wird der Kinderschutz hier eklatant verfehlt.
Solange auf CSD-Veranstaltungen oder Teilen davon Fetischdarstellungen, Nacktheit oder sexualisierte Inszenierungen stattfinden, die aus meiner Sicht vom Veranstalter zumindest bewusst in Kauf genommen oder toleriert werden, haben Kinder dort nichts zu suchen.
Jeder soll leben, wie er will, und lieben, wen er will. Aber lasst die Kinder aus diesen Kontexten heraus.
Das ist für mich keine Frage der sexuellen Orientierung.
Es ist ausschließlich eine Frage des Kinder- und Jugendschutzes.
Kinderschutz darf nicht zur Nebensache werden.
Seit Jahren beobachte ich, dass berechtigte Kritik am Kinderschutz häufig vorschnell als „queerfeindlich“ abgetan wird. Dadurch wird eine sachliche Debatte aus meiner Sicht im Keim erstickt.
Wer sich einfachen Fachfragen zum Schutz von Kindern entzieht oder die zentrale Kinderschutzfrage in öffentlichen Stellungnahmen unbeantwortet lässt, vermittelt zumindest den Eindruck, dass dem Schutz von Kindern keine ausreichende Priorität eingeräumt wird.
Ausblick
Diese Dokumentation wird fortlaufend ergänzt.
Sollten ImmoScout24, der Berliner CSD e.V. oder weitere Beteiligte nachträglich Stellung nehmen, werden ihre Antworten vollständig dokumentiert und in diesen Beitrag aufgenommen.
Ebenso werde ich die angekündigte Berichterstattung der Berliner Zeitung nach ihrer Veröffentlichung verlinken und in den zeitlichen Ablauf einordnen.

„Kinderschutz wird hier eklatant verfehlt“: Debatte um Kind auf CSD-Wagen geht weiter

CSD Berlin 2026: Berichterstattung, Strafanzeige und politische Konsequenzen
Ausführliches Update vom 03.08.2026 zum Kinderschutz-Skandal von ImmoScout24 auf dem Berliner CSD 2026
Aktueller Stand
Die Debatte um den Umgang mit Kindern auf dem Berliner CSD und insbesondere um den Motivwagen von ImmoScout24 hat in den vergangenen Tagen erheblich an Dynamik gewonnen.
Nach umfangreichen journalistischen Recherchen, Presseanfragen und zahlreichen Veröffentlichungen wurde das Thema inzwischen auch von überregionalen Medien aufgegriffen. Die öffentliche Diskussion beschränkt sich damit nicht mehr auf Social Media, sondern findet mittlerweile auch in der klassischen Presse statt.
Berichterstattung der Berliner Zeitung
Die Berliner Zeitung griff den Fall in einem ausführlichen Bericht auf und stellte meine fachliche Einschätzung als unabhängiger Kinderschutzfachberater in den Mittelpunkt.
Für den Beitrag beantwortete ich mehrere Fragen zu meiner Bewertung der Situation, zu meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Berliner CSD e.V. sowie zu den aus meiner Sicht notwendigen Konsequenzen für den Kinder- und Jugendschutz.
Meine Antworten im Wortlaut:
1) Was sagen Sie zu Kindern auf dem CSD – ist der Kinderschutz verfehlt, ja oder nein – und warum?
Antwort: Ganz klar: Ja. Aus meiner Sicht wird der Kinderschutz hier eklatant verfehlt. Solange auf CSD-Veranstaltungen oder Teilen davon Fetischdarstellungen, Nacktheit oder sexualisierte Inszenierungen stattfinden – was aus meiner Sicht vom Veranstalter zumindest bewusst in Kauf genommen und toleriert wird –, haben Kinder dort schlichtweg nichts zu suchen. Ich sage immer: Jeder soll leben, wie er will, und lieben, wen er will – aber haltet die Kinder da raus. Für mich ist das keine Frage der sexuellen Orientierung, sondern ausschließlich eine Frage des Kinder- und Jugendschutzes. Kinderschutz muss oberste Priorität haben.
2) Wie ist Ihre bisherige Erfahrung mit Beschwerden und der Kommunikation mit dem CSD-Veranstalter zum Thema Kinderschutz?
Antwort: Meine Erfahrungen sind seit Jahren von einer Verweigerungshaltung geprägt. Statt sich mit inhaltlichen Argumenten auseinanderzusetzen, wird berechtigte Kritik am Kinderschutz vorschnell als „queerfeindlich“ abgetan, um eine sachliche Debatte zu blockieren. Ich habe dem Vorstand und dem Organisationsteam des Berliner CSD e.V. im aktuellen Fall rund um ImmoScout24 sehr konkrete fachliche Fragen vorgelegt – etwa zu Altersbegrenzungen auf Motivwagen, zu Schutzkonzepten bei Erwachseneninhalten und zu Kontrollverantwortlichkeiten vor Ort. Bis zum Fristende heute um 12:00 Uhr habe ich darauf keine Antwort erhalten. Wer sich selbst einfachen Fachfragen zum Schutz von Kindern entzieht, vermittelt den Eindruck, dass dem Schutz von Kindern keine Priorität eingeräumt wird.
3) Welche anderen Bereiche beobachten Sie als Kinderschützer mit Sorge?
Antwort: Mit Sorge beobachte ich das schleichende Einreißen von Schutzräumen im Alltag. Zum einen betrifft das aus meiner Sicht ideologisch geprägte sexualpädagogische Konzepte in Kitas: Wenn etwa bei einem sexuellen Übergriff unter Vorschulkindern gegenüber einem deutlich jüngerem Kind – wie aktuell in meinem Fall in einer Kita in Baunatal – ernsthaft als erstes hinterfragt wird, ob dies „einvernehmlich im Rahmen von Doktorspielen“ gewesen sein könnte, läuft etwas grundlegend schief. Zum anderen erleben wir diese Relativierung seit Jahren auf Großveranstaltungen. Mir liegt die offizielle Antwort der CSD-Leitung aus dem Jahr 2022 vor, nachdem wir als Verein Bildmaterial zu aus unserer Sicht problematischen Situationen übermittelt und konkrete Schutzkonzepte gefordert hatten. Ich empfand die Antwort als schockierend relativierend: Man könne auf den Bildern kein Problem erkennen und argumentierte wörtlich, Kinder würden nackt geboren und hätten kein Problem mit Nacktheit oder selbstbestimmter Sexualität, bis die Gesellschaft eines daraus mache. Eine solche Argumentation untergräbt aus meiner Sicht den Gedanken des Kinder- und Jugendschutzes.
4) Wie kommentieren Sie die allgemeine Entwicklung beim Kinderschutz?
Antwort: Wir haben heute mehr Gesetze und Konzepte als je zuvor – trotzdem erlebe ich in der Praxis immer wieder Wegsehen, Relativieren und mangelnde Konsequenzen. Der Schutz von Kindern gerät zunehmend hinter gesellschaftliche und politische Debatten. Das halte ich für eine gefährliche Entwicklung. Kinderschutz muss oberste Priorität haben – und nicht zum Beispiel das Durchdrücken ideologischer Vorstellungen auf Kosten des Kinderschutzes. Der Maßstab muss wieder lauten: Was schützt Kinder am besten? Und nicht, welche Ideologie oder politische Agenda gerade im Vordergrund steht.
Zu meiner Person
Ich bin freiberuflicher, unabhängiger Kinderschutzfachberater und setze mich seit über acht Jahren als Kinderschutzaktivist konsequent für den Schutz von Kindern ein. Zudem arbeite ich als freier Fachjournalist für Kinderschutz und bin Gründer des ehemaligen Vereins „Kinderseelenschützer“. Über meine Social-Media-Kanäle erreiche ich mittlerweile fast 200.000 Follower und mache regelmäßig auf Missstände aufmerksam, um einen wirksameren Kinderschutz einzufordern.
Strafanzeige und Bitte um behördliche Prüfung
Parallel zur journalistischen Berichterstattung habe ich den Sachverhalt offiziell der Polizei Berlin übergeben.
Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Vorverurteilung einzelner Personen, sondern um eine Strafanzeige mit der Bitte, den Sachverhalt straf- und ordnungsrechtlich durch die zuständigen Behörden prüfen zu lassen.
Aus meiner Sicht darf bei möglichen Berührungspunkten zum Kinder- und Jugendschutz nicht geschwiegen oder auf freiwillige Aufklärung gehofft werden. Wenn Unternehmen und Veranstalter trotz konkreter Fragen keine oder nur sehr allgemeine Stellungnahmen abgeben, muss ein rechtsstaatliches Prüfverfahren möglich sein.
Ermittlungen beim Landeskriminalamt Berlin
Nach Eingang der Strafanzeige wurde der Vorgang an das Landeskriminalamt Berlin (LKA 134 – Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) weitergeleitet.
Die zuständige Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass bereits mehrere Strafanzeigen zu diesem Sachverhalt eingegangen seien und sämtliche vorhandenen Beweismittel zusammengeführt werden sollen. Ich wurde gebeten, mein vorhandenes Bild- und Videomaterial zur Verfügung zu stellen.
Selbstverständlich werde ich die Ermittlungsbehörden hierbei vollständig unterstützen.
Die Einordnung des Vorgangs beim LKA stellt keine Aussage über den Ausgang des Verfahrens oder eine strafrechtliche Verantwortlichkeit einzelner Personen dar. Über die rechtliche Bewertung entscheiden ausschließlich die zuständigen Ermittlungsbehörden und gegebenenfalls später die Gerichte.
Der nächste Schritt: Politische Aufarbeitung
Die strafrechtliche Prüfung ist nur ein Teil der notwendigen Aufarbeitung.
Aus meiner Sicht braucht Deutschland eine sachliche und ideologiefreie Debatte darüber, wie Kinder und Jugendliche bei Großveranstaltungen künftig besser geschützt werden können.
Deshalb werde ich mich nun an die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses sowie an die familienpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen des Deutschen Bundestages wenden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um die Bewertung sexueller Orientierungen oder Lebensweisen.
Im Mittelpunkt stehen ausschließlich Fragen des Kinder- und Jugendschutzes.
Themen, die ich zur Diskussion stellen werde:
- Schutzkonzepte für Minderjährige auf Großveranstaltungen
- Altersregelungen für Bereiche mit sexualisierten Darstellungen
- Verantwortlichkeiten von Veranstaltern und Sponsoren
- Einheitliche Standards zum Kinder- und Jugendschutz
- Transparente Kontroll- und Dokumentationspflichten
- Klare Leitlinien für Unternehmen, die sich an Großveranstaltungen beteiligen
Mein Ziel
Mein Anliegen richtet sich nicht gegen einzelne Menschen oder gegen die LGBTQ+-Community.
Ich setze mich dafür ein, dass überall dort, wo Kinder betroffen sind, der Kinder- und Jugendschutz oberste Priorität erhält.
Wenn Schutzkonzepte fehlen oder unbeantwortete Fragen bestehen, müssen diese diskutiert und – falls erforderlich – verbessert werden.
Die Entwicklungen in diesem Fall zeigen, dass öffentlicher Druck, journalistische Recherche und rechtsstaatliche Verfahren dazu beitragen können, eine gesellschaftliche Debatte anzustoßen.
Ich werde den weiteren Verlauf der Ermittlungen, die politischen Reaktionen und alle wesentlichen Entwicklungen auf dieser Seite fortlaufend dokumentieren.
